Déjà vu

Diese Woche gab es im TT einen Artikel zur Asylunterkunft in Lyss. Dazu sind mir spontan ein paar Zeilen eingefallen, die ich heute auch dem TT in Form eines (wohl etwas zu langen) Leserbriefes zukommen liess.

Der Kanton Bern baut in Lyss still und heimlich das Sicherheitsdispositiv im Asyldurchgangszentrum zurück. Dass dabei weder die Bevölkerung noch das Parlament noch der Gemeinderat informiert wird, scheint System zu haben und bei mir kommt ein „déjà vu“ auf. Dasselbe hat der Kanton auf den Jahreswechsel auch im RAZ Allmendingen versucht. Knall auf Fall wurden die Patrouillen reduziert und die Eingangskontrollen, gleich wie in Lyss, praktisch fallen gelassen. Erst auf Intervention von Gemeinderat Siegenthaler hat das Midi reagiert. Es mag zwar richtig sein, dass der Betrieb ruhig(er) verläuft und sich somit das grosse Sicherheitsdispositiv nicht mehr rechnet. Wie flexibel reagieren aber die Verantwortlichen dann auf eine Verschärfung der Situation? Am Vorgehen des Midi vermisse ich aber vor allem der Partnerschaftsgedanke. Solche Anpassungen am Grunddispositiv ohne öffentliche Kommunikation vorzunehmen, ist sehr fragwürdig. Keine Gemeinde stellt freiwillig ihre Unterkünfte für die nicht sehr beliebten Asylzentren zur Verfügung. Dann sollte es doch im Interesse des Kantons liegen, zu den betroffenen Gemeinden ein gutes Verhältnis zu pflegen und jeweils gemeinsam mit den Behörden Lösungen zu suchen. Bei diesen Alleingängen entsteht sofort ein ungutes Gefühl und das auch sonst angeschlagene Vertrauen ist verspielt. Am Anlass im RAZ im Juni hat ein Anwesender Hr. Regierungsrat Käser als Lügner bezeichnet, worauf dieser sehr heftig reagierte. Es ist nun an Hr. Käser zu beweisen, dass er zu seinen Worten steht – sowohl in Lyss wie auch in Allmendigen!

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